Ging Verwendung von Werkzeugen mit Sprachentwicklung einher?

St. Andrews. Die Entwicklung der ersten Steinwerkzeuge hat vielleicht auch die Entwicklung der menschlichen Sprache beeinflusst. Es sei zu vermuten, dass für Frühmenschen mit der zunehmenden Bedeutung von Steinwerkzeugen auch fortschrittlichere Formen von Wissensvermittlung notwendig wurden, schreiben Forscher im Fachblatt „Nature Communications“.

Vor etwa 2,5 Millionen Jahren begann mit dem Oldowan die archäologische Kultur, in der erste Steinwerkzeuge hergestellt wurden. Untersuchungen ergaben, dass diese systematisch produziert, gepflegt und repariert wurden. Dafür sind nach Ansicht der Forscher Lern- und Übungsverhaltensweisen notwendig. Um zu klären, inwiefern dies mit der Entwicklung von Sprache verknüpft war, führte das Team von der schottischen Universität St. Andrews ein Experiment mit 184 Studenten durch: Sie mussten mehr als 6000 Feuersteine herstellen. Ein Teil davon entstand durch Nachkonstruktion, bei der die Probanden die Herstellung nicht gesehen hatten. Bei der zweiten Versuchsreihe konnten die Studenten sehen, wie ein Feuerstein fabriziert wird, aber nicht mit dem Produzenten kommunizieren. Bei der dritten Vermittlungstechnik griffen die Produzenten mit den Händen ein, um den Teilnehmern zu helfen. Im vierten Versuch konnten sich Produzenten und Probanden mit Gesten verständigen, im fünften durften sie miteinander sprechen.

Mit dem Experiment fanden die Forscher heraus, dass die besten Ergebnisse erzielt wurden, wenn die Probanden Sprache anwandten. Für die Forscher unterstreicht dies die These, dass die Herstellung von Steinwerkzeugen im Oldowan Formen gegenseitigen Lehrens und schließlich die Entwicklung von Sprache begünstigte.