Quellen des Sonnenwinds kartiert

Forscher erstellen eine detailreiche Temperaturkarte der Sonne mithilfe des Satelliten „Hinode“

Fairfax . Auf der Suche nach den Quellen des Sonnenwinds haben Wissenschaftler die bislang detailreichste Temperaturkarte der Sonne erstellt. Zusammen mit Informationen zur Plasma-Zusammensetzung und -Geschwindigkeit sowie einem Modell des Sonnenmagnetfelds ergeben sich Hinweise auf den Ursprung des elektrisch geladenen Teilchenstroms, wie die Gruppe um David Brooks von der George Mason University in Fairfax (US-Staat Virginia) aktuell im britischen Fachblatt „Nature Communications“ berichtet.

Der Sonnenwind ist ein beständiger Strom elektrisch geladener subatomarer Teilchen von der Sonne, der durch das gesamte Sonnensystem zieht und auch die Erdumgebung beeinflusst. Eine spektakuläre Folge des Sonnenwinds sind etwa Polarlichter, die entstehen, wenn Teilchen des Sonnenwinds in die Erdatmosphäre eindringen und – über Zwischenprozesse – Luftmoleküle zum Leuchten anregen.

Der Sonnenwind besitzt eine schnelle Komponente mit mehr als 2,5 Millionen Kilometern pro Stunde und eine langsamere mit knapp 1,5 Millionen Kilometern pro Stunde. Während der Ursprung der schnellen Komponente vor allem an den Polen der Sonne liegt und als weitgehend geklärt gilt, sind die Quellen der langsameren Komponente nicht eindeutig bekannt. Die Forscher untersuchten daher die Sonne mithilfe des japanischen Satelliten „Hinode“. Die gewonnenen Daten zeigten, dass sich der langsamere Sonnenwind aus mehreren Quellen speist, wie etwa aktiven Regionen auf der Sonnenoberfläche und noch unbekannten Quellen in den äußeren Schichten der Sonnenatmosphäre.