Keine neuen Vogelgrippe-Fälle in Niedersachsen

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Enten und Gänse müssen künftig vor der Schlachtung auf den Prüfstand der Veterinäre

Meppen. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind nach den jüngsten Vogelgrippe-Fällen zunächst keine weiteren Infektionen nachgewiesen worden. Alle untersuchten Proben aus umliegenden Höfen seien unauffällig, teilten die Behörden mit. Ab jetzt müssen Enten und Gänse auf das H5N8-Virus getestet sein, bevor sie in den Schlachthof gebracht werden. Die Testergebnisse sind dem Schlachthof vorzulegen. So sieht es eine Eilverordnung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor. Die Verordnung gelte bundesweit bis zum 31. März 2015.

Von einem Schlachthoftransport müssen demnach mindestens 60 Tiere auf das Virus untersucht werden. Die Proben dürfen nicht mehr als sieben Tage vor der Schlachtung entnommen worden sein. Dies biete genug Zeit, um Ergebnisse zu haben, bevor der Transport zum Schlachthof gehe, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. Die Verordnung soll die Ausbreitung der Infektion eindämmen. Diese ist vor allem für Hühnervögel gefährlich, bei Enten und Gänsen allerdings kaum zu erkennen.

Am Wochenende hatte sich auf einem Entenmastbetrieb im Emsland ein Verdachtsfall bestätigt, daraufhin waren 10.000 Tiere getötet worden. Auf allen 18 Betrieben im drei Kilometer großen Sperrbezirk habe es keinen weiteren Vogelgrippe-Fall gegeben, teilte der Landkreis Emsland mit. Ergebnisse zu Proben der mehr als 200 Betriebe in zehn Kilometern Umkreis mit insgesamt rund vier Millionen Tieren standen allerdings am Montag noch aus.

Auch in Sachsen-Anhalt gab es nach dem Fund einer mit Vogelgrippe infizierten toten Stockente an der Elbe keine Hinweise auf weitere kranke Tiere. Keine der 131 Proben bei zwei privaten und einem gewerblichen Geflügelhalter in der Nähe des Fundorts in Aken habe Auffälligkeiten gezeigt, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums in Magdeburg. Die Stallpflicht für Geflügel in Risikogebieten gelte aber weiter.

Es war der zweite Nachweis bei einem Wildtier in Deutschland: Zuvor war bei einer Mitte November erlegten Krickente in Mecklenburg-Vorpommern H5N8 gefunden worden. Das vor allem in Ostasien kursierende Virus gilt vor allem für Hühnervögel als gefährlich. Bisher gehen viele Experten davon aus, dass es wahrscheinlich von Zugvögeln nach Europa gebracht wurde. Wie es in die weitgehend von der Außenwelt isolierten Nutzgeflügelbestände gekommen sein soll, ist aber unklar.

Dass H5N8-Viren Menschen infizieren, sei derzeit nicht anzunehmen, aber auch nicht völlig auszuschließen, hieß es von der Gesellschaft für Virologie (GfV). Verbraucher müssten sich auch nicht um ihre Weihnachtsgans sorgen, sagte Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Landesverbandes Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) in Oldenburg: „Bei dieser Variante sitzt das Virus nicht im Fleisch der Tiere.“ Auch das niedersächsische Landvolk erwartet keine Engpässe. Die meisten Tiere für den Weihnachtsverkauf seien inzwischen schon geschlachtet.

( (dpa) )

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