Astronomie

Saturns kleinster Mond eiert um seine eigene Achse

Internationales Forscherteam entwickeln dreidimensionales Modell des Mondes im Computer, mit dem sich die Position zahlreicher Punkte auf der Mondoberfläche berechnen lässt.

Ithaca/Washington. Saturns kleinster Mond Mimas ist komplexer aufgebaut als gedacht. Der kleine Trabant besitze entweder einen eiförmigen Kern oder aber einen unterirdischen Ozean, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“. Die Astronomen um Radwan Tajeddine von der Cornell-Universität in Ithaca (US-Staat New York) gründen ihre Annahme auf der Beobachtung der Eigenbewegung des Mondes mit der Saturnsonde Cassini.

Die Forscher hatten zahlreiche Bilder des Mondes ausgewertet, die von der Raumsonde zu verschiedenen Zeiten und aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen worden waren. Daraus entwickelten die Astronomen ein dreidimensionales Modell des Mondes im Computer, mit dem sich die Position zahlreicher Punkte auf der Mondoberfläche berechnen lässt. Auf diese Weise stellten sie fest, dass Mimas nicht gleichmäßig rotiert, sondern etwas hin und her schaukelt.

„Wir sind ganz begeistert von diesen Messungen, denn sie könnten viel über das Innenleben des Mondes zeigen“, betont Tajeddine. „Die Natur ermöglicht uns im Prinzip, dasselbe zu tun, was ein Kind macht, wenn es ein Geschenk schüttelt, um herauszufinden, was im Inneren versteckt ist.“

Mimas ist der Innerste der regulären Saturnmonde. Er hat einen Durchmesser von nur 400 Kilometern und ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die Stärke seiner Schaukelbewegung zeigt, dass sein Inneres nicht gleichmäßig aufgebaut ist. Es ließe sich mit einem eiförmigen felsigen Kern erklären, der durch die starke Schwerkraft von Saturn abgeplattet worden sein könnte. Eine andere Möglichkeit ist, dass unter der 25 bis 30 Kilometer dicken Eisschicht des Mondes ein unterirdischer Ozean schwappt, der Mimas auf seiner Bahn eiern lässt. Wie das Innenleben genau aussieht, könnten erst weitere Untersuchungen klären.