Starker Wind weht auch auf dem Mars

Pasadena. Auf dem Mars wirbeln Winde häufiger Sand auf als lange angenommen. Das schließen Astronomen vom California Institute of Technology in Pasadena aus hochauflösenden Beobachtungen der Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“. Die Arbeit eröffne neue Wege zur Untersuchung von Klima und Erosionsprozessen auf dem Roten Planeten, kommentiert das Fachblatt „Nature Communications“, in dem die Studie veröffentlicht ist.

Die Forscher hatten Aufnahmen der HiRISE-Kamera ausgewertet. Diese beobachtete über ein Marsjahr – also knapp zwei Erdenjahre – ein äquatornahes Dünenfeld auf dem Vulkan Syrtis Major. Auf den neun aufgenommenen Bildern sind noch Details von 25 Zentimetern Größe zu erkennen. Diese Detailschärfe erlaubt es den Forschern, die Wanderung von Sandriffeln auf den Dünen zu verfolgen. Die Auswertung zeigt, dass die Riffel regelmäßig wandern, auch über kurze Perioden von 17 Tagen. Offensichtlich würden die Riffel weniger von Böen bewegt als von einem konstanten, starken Wind, schreiben die Forscher. Dabei gebe es starke saisonale Schwankungen: Im südlichen Sommer, wenn der Mars der Sonne am nächsten komme, sei der Sandfluss dreimal stärker als im nördlichen Sommer. Die Richtung der Wanderungen liege konstant bei Südwest.

Astronomen hatten lange angenommen, dass Sandverwehungen auf dem Mars wegen der dünnen Atmosphäre eher selten sind.

( (dpa) )

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