Arktisches Meereis erholt sich nicht – Zunahme in der Antarktis

Bremerhaven. Keine Trendumkehr in der Arktis: Die dortige Meereisfläche ist in diesem Sommer auf bis zu fünf Millionen Quadratkilometer zurückgegangen. Der Wert liege zwar über den Negativrekorden der Jahre 2007 und 2012, bestätige aber den langjährigen Abwärtstrend der arktischen Meereisfläche, sagte Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Dienstag. In den 1980er-Jahren bedeckte das arktische Meereis im Sommer die Wasseroberfläche noch auf rund acht Millionen Quadratkilometern.

Zwar nimmt das Meereis um den Nordpol jedes Jahr im Sommer ab; 24 Stunden am Tag ist es dann hell. Im dunklen Winter bildet sich die Eisfläche neu. Dennoch sehen etliche Forscher eine Tendenz für einen arktischen Klimawandel. Als eine Ursache für die Schmelze gilt neben natürlichen Schwankungen die durch den Menschen angestoßene Klimaerwärmung.

In der Antarktis ist ein gegenteiliger Trend zu beobachten: Die Wintereisdecke des Südpolarmeeres ist nach AWI-Angaben auf eine Fläche von 20 Millionen Quadratkilometern angewachsen. Sie übertrifft die antarktische Eisfläche von 2013, die schon die größte der vergangenen 30 Jahre war. „Diese Daten bekräftigen unsere Beobachtungen, wonach die Meereisbedeckung in der Antarktis in den letzten Jahren zugenommen hat“, so Nicolaus. Die Meereissituation dort sei aber nicht mit den Bedingungen in der Arktis vergleichen, da sich die geografischen und meteorologischen Gegebenheiten unterschieden. Wie es zu der Ausdehnung des antarktischen Meereises kommt, ist unklar. Zu den Vermutungen gehört, dass veränderte Windströmungen und aufsteigendes Schmelzwasser die Zunahme ausgelöst haben.

( (dpa) )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wissen