Ingenieure testen Harpunen für erste Kometenlandung

Oberpfaffenhofen. Die Vorbereitungen zur ersten unbemannten Landung auf einem Kometen gehen in die Zielgerade. Ingenieure testeten am Dienstag in Oberpfaffenhofen bei München eine Harpune, mit der die Landeeinheit mit dem Minilabor „Philae“ an dem Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ verankert werden soll. Mit einer Geschwindigkeit von 90 Metern pro Sekunde stach die Harpune in eine simulierte Kometenoberfläche aus Schaumbeton.

„Im Prinzip hat es geklappt“, sagte Stephan Ulamec, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Harpune sei bei den Tests allerdings nicht gerade geflogen, sondern leicht schräg und deshalb nicht ganz so gelandet wie erwartet. Würde Philaes Harpune ebenfalls schräg auf die Oberfläche des Kometen stoßen, sollten sich die Haken trotzdem verankern, so das DLR.

Die bei dem Versuch gewonnenen Daten wollen Fachleute vom DLR und Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) nun nutzen, um den geplanten Landevorgang zu optimieren.

„Philae“ trägt zehn Instrumente an Bord, mit denen zum Beispiel die Beschaffenheit der Kometenoberfläche erfasst werden soll. Die Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems und zu den Ursprüngen des Lebens.

Die Sonde „Rosetta“ ist seit zehn Jahren im All unterwegs und soll den Kometen am 6. August erreichen. Dabei soll sie sich ihm auf bis zu 100 Kilometer nähern. Das mittransportierte Minilabor „Philae“ soll dann im November auf dem Kometen landen.