Wissenschaftler untersuchen versteinerte Sachsen-Saurier

Paläontologen entnehmen der einzigartigen Gesteinsplatte Proben

Freiberg. Versteinerte Skelette von sechs Sauriern aus Sachsen sollen bei der Forschung zu Pelycosauriern, den Urahnen der Säugetiere, helfen. Paläontologen der TU Bergakademie Freiberg entnahmen aus der weltweit einzigartigen Fossilplatte des Pantelosaurus saxonicus am Dienstag korkenähnliche Knochenproben. Die Gesteinszylinder würden in Scheiben geschnitten und auf wenige Millimeter heruntergeschliffen, erklärte Doktorand Frederik Spindler. Dieser Dünnschliff kann unter dem Mikroskop untersucht werden.

Die Wissenschaftler erhoffen sich Rückschlüsse auf Alter, Wachstum oder Ernährung der primitiven reptilähnlichen Landtiere, die vor rund 250 Millionen Jahren lebten. Geprüft werde auch die Verwandtschaft zu Artgenossen und -verwandten in Europa und Amerika. Die Untersuchungen sind Teil eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Bergakademie und dem Bonner Steinmann-Institut.

Die 1,20 Meter lange und knapp drei Zentner schwere Fossilplatte ist der einzige Nachweis dieser Qualität zu den Pelycosauriern. Der 1901 in einem Bergbauschacht bei Freital gefundene Schatz wird im Sächsischen Landesamt für Geologie in Freiberg verwahrt. Die Platte sei eine Rarität und weltweit ein begehrtes Objekt, wie Leiter Johannes Richter sagte. „Auf dem internationalen Sammlermarkt hätte sie die eine oder andere Million schon gebracht.“

Urzeitforscher Spindler ist Pelycosauriern seit Jahren auf der Spur. Die größten und bekanntesten Exemplare sind der Dimetrodon, ein Fleischfresser mit Rückensegel, und der Pflanzenfresser Edaphosaurus. Der Pantelosaurus war womöglich das größte Raubtier in der Zeit vor dem Evolutionsschritt zu den Säugetiervorfahren.