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Weiche Bürste und Fluorid

Wenn Kinder an einer Störung der Zahnschmelzbildung leiden, sollten sie zum Putzen weiche Zahnbürsten verwenden. Sonst ist der Abrieb zu stark, erklärt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Die sogenannte Molar Incisor Hypomineralization (MIH) macht sich bemerkbar, wenn die Zähne im Alter von sechs oder sieben Jahren durchbrechen. Sind sie verfärbt und stark hitze- und kälteempfindlich, sind das erste Symptome.

Die MIH tritt vor allem an den Molaren, also den hinteren Backenzähnen auf, aber auch Schneidezähne (Incisivi) können betroffen sein. Sie enthalten weniger Mineralien als gesunde Zähne, werden dadurch schneller porös und sind anfällig für Karies.

Neben der weichen Bürste empfiehlt Oesterreich auch Zahnpasta mit einem geringen Putzkörperanteil. Fluorid sollte sie immer enthalten. Zum Teil werden vom Zahnarzt zusätzlich eine Mundspülung oder Gele mit Fluorid verschrieben.

Auch mit der Ernährung können Kinder und ihre Eltern zur Zahnpflege beitragen. Viele süße Zwischenmahlzeiten zum Beispiel führen immer wieder zur Säureproduktion – das greift die Zähne an. Auch Fruchtsäure macht den Zähnen zu schaffen. Um den Mineralmangel der betroffenen Zähne auszugleichen, empfiehlt Oesterreich außerdem eine mineralstoffreiche Ernährung. Kalzium zum Beispiel ist unter anderem in Milchprodukten, Brokkoli, Spinat, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten.