Genetisch besonders: Forscher ermitteln schützenswerteste Vögel

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Hoatzin, Kakapo und Fettschwalm gehören zu den Raritäten

New Haven. Kurol und Kakapo, Strauß und Schuhschnabel, Fischadler und Fettschwalm: Auf diese Vögel sollte der Mensch besonders gut achtgeben. Ihr Erbgut sei so ungewöhnlich, dass der Verlust besonders schlimm wäre, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Current Biology“. „Evolutionäre Verschiedenheit hilft uns, jene Arten zu ermitteln, deren Verlust wir uns nicht leisten können“, wird Koautor Dave Redding vom University College London in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

In der Untersuchung trug das Team um Walter Jetz von der Yale University in New Haven (US-Staat Connecticut) Daten zu Erbgut, Brutgebieten und Populationen von 9993 Vogelarten zusammen. Anhand der genetischen Merkmale ermittelten die Forscher zunächst jene Vögel, deren Erbgut sich sehr stark von dem anderer unterscheidet. Dazu zählen etwa Arten wie Fischadler, Strauß, Schuhschnabel oder der urige Hoatzin in Südamerika, der auch Stinkvogel oder Schopfhuhn genannt wird.

„Unter sehr eng verwandten Arten erwarten wir viel genetische Übereinstimmung. Aber wenn es eine einzigartige Spezies gibt, wie etwa den Fettschwalm, und die aussterben sollte, wäre alle Information dazu, was diese Art ausmacht, für immer verloren“, sagt Jetz. Besonders eigen sind demnach aus genetischer Sicht der auf Madagaskar lebende Kurol und der in Südamerika beheimatete Fettschwalm. Beide sind die einzigen Vertreter ihrer Gruppe und seit mehr als 65 Millionen Jahren von anderen Vögeln getrennt.

Aus den Daten schufen die Forscher eine Einheit: Die evolutionäre Verschiedenheit und Seltenheit (Evolutionary Distinctness Rarity, EDR) kombiniert die genetische Verschiedenheit mit dem Areal des Brutgebietes und zeigt damit, wie anfällig eine sehr charakteristische Art ist. An der Spitze liegen der Weißbauch-Fregattvogel, der auf der Weihnachtsinsel im Indischen Ozean brütet, und der in Neuseeland heimische Eulenpapagei oder Kakapo, ein flugunfähiger Papagei. Selbst kleine Störungen könnten große Äste des Vogelstammbaums zerstören, mahnen die Forscher. Die meisten gefährdeten, eigentümlichen Arten beherbergen der Studie zufolge Indonesien, Brasilien, Neuseeland und Australien.

( (dpa) )

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