„Huhn aus der Hölle“

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Gefiederter Saurier glich einem Riesenvogel. Das 3,5 Meter lange Tier lebte in Nordamerika

Pittsburgh. Langer Hals, zahnloser Schnabel, scharfe Klauen – und wahrscheinlich Federn an Armen und Schwanz: Als „Huhn aus der Hölle“ umschreiben US-Forscher einen neu entdeckten skurrilen Dinosaurier. Das Team um Matthew Lamanna vom Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh beschreibt die Art namens Anzu wyliei im Online-Fachjournal „PLOS One“.

Der gigantische flugunfähige Vogel lebte in Nordamerika wahrscheinlich vor etwa 66 Millionen Jahren – also gegen Ende der Dinosaurier-Zeit. Er war etwa 3,5 Meter lang und wog 200 bis 300 Kilogramm. Auf seinem wuchtigen Schädel trug er einen hahnenähnlichen Kamm. Der lange, robuste Schwanz war wahrscheinlich ebenso wie die Arme gefiedert. Die dünnen Beine gleichen denen eines Straußes.

Das Tier sei ein Allesfresser gewesen, das sich vermutlich sowohl von Pflanzen als auch von kleinen Tieren und Eiern ernährt hätte, berichten die Wissenschaftler.

„Wir haben dieses Ding scherzhaft das ‚Huhn aus der Hölle‘ getauft, und ich denke, das trifft es ziemlich genau. Also haben wir es Anzu genannt, nach dem vogelhaften Dämon aus der antiken Mythologie“, sagt Erstautor Lamanna. Anzu ist in der mesopotamischen Mythologie ein Mischwesen aus Vogel und Mensch.

Die Forscher rekonstruierten den Dinosaurier aus insgesamt drei Skeletten, die in der Hell-Creek-Formation in North und South Dakota gefunden wurden. Die Bergformation ist eine wichtige Fundstätte von Dinosaurier-Fossilien. Dort wurden auch schon Skelette vom Tyrannosaurus rex oder Triceratops gefunden, mit denen Anzu wyliei aber nicht verwandt ist.

Die Art zählt zu der Gruppe der Caenagnathidae. Bereits 1924 fanden Paläontologen Fossilien von Vertretern dieser Gruppe. Doch die bisher gefundenen Skelette waren unvollständig. „Anzu erlaubt uns einen ersten guten Blick auf eine ganze Gruppe von merkwürdigen Dinosauriern, die beinahe ein ganzes Jahrhundert geheimnisumwittert war“, sagte Lamanna.

( (dpa) )

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