Forscher entwerfen ultradünnen Schutz gegen UV-Licht

Kiel. Wissenschaftler der Universität Kiel und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht haben einen auf Nanotechnik basierenden Schutz vor schädlichem ultravioletten Licht entwickelt. „Das äußerst flexible Material absorbiert die UV-Strahlung zu knapp 100 Prozent“, sagte Projektleiter Mady Elbahri. Dabei ist der entwickelte neue Schutzfilm nur 20 Nanometer dünn. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 50.000 mal dicker. Die Studie wurde vor Kurzem in der Fachzeitschrift „Applied Physics Letters“ veröffentlicht.

Die von den Kieler Nanotechnikern entworfene Struktur besteht aus mehreren Schichten. Eine untere Silberfolie funktioniert wie ein Spiegel. Entscheidend ist aber die obere Schicht: Silber-Nanopartikel mit einem mittleren Durchmesser von lediglich fünf Nanometern sind in einer Siliziumdioxid-Matrix verteilt.

Konkrete Anwendungsmöglichkeiten sieht Elbahri im Bereich der Fotovoltaik. UV-Licht hat nicht nur negative Auswirkungen auf Moleküle und biologisches Gewebe wie menschliche Haut, es kann auf lange Sicht auch die Leistung der organischen Solarzellen beeinträchtigen. Deren Haltbarkeit könnte der 100-prozentige UV-Schutz erhöhen, sagte Elbahri. Die Wissenschaftler sehen auch Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Medizintechnik. „Es könnte in Sensoren verwendet werden, um Krebserreger im menschlichen Körper zu erfassen“, sagte Elbahri. Denkbar sei außerdem ein Einsatz bei Outdoor-Kleidung. Erste Firmen hätten schon Interesse an der patentierten Technik bekundet.