Zunehmende Nässe und Stürme bedrohen Pinguinküken

Punta Tombo. Der Klimawandel bedroht Forschern zufolge das Überleben junger Magellan-Pinguine. Eine Langzeitstudie in der größten Brutkolonie der Vögel in Argentinien zeigt, dass Hitze und vor allem Stürme den Küken stark zusetzen. In den vergangenen Jahrzehnten hätten die Niederschläge in dem Gebiet zugenommen, berichten Dee Boersma und Ginger Rebstock von der University of Washington in Seattle im Online-Journal „PLOS ONE“. Dieser Trend könnte sich weiter verstärken.

Die Biologinnen untersuchten die Pinguinkolonie in Punta Tombo an der Atlantikküste von 1983 bis 2010. Zwischen September und Februar leben dort etwa 200.000 Paare von Magellan-Pinguinen. Diese Brillenpinguine werden etwa 40 Zentimeter groß und legen ihre Eier in Bruthöhlen. Nach dem Schlüpfen reagieren die Küken vor allem in den ersten 25 Tagen empfindlich insbesondere auf Nässe, da sie noch kein wasserdichtes Federkleid haben. Ab einem Alter von etwa fünf Tagen können die Eltern sie nicht mehr abschirmen, so dass die Kleinen dem Regen ausgeliefert sind. „Ein Sturm wird ein Küken wahrscheinlich umbringen, wenn sein Flaum und seine Haut nass werden“, schreiben die Forscherinnen.

Eigentlich ist es in Punta Tombo während der Brutphase eher trocken. Allerdings nahmen Temperaturextreme und die Zahl der Stürme während der 28 Jahre zu. In dieser Zeit starben pro Jahr durchschnittlich 65 Prozent der Jungvögel. 39 Prozent verhungerten, neun Prozent wurden von Räubern erbeutet. Im Mittel fielen acht Prozent Stürmen zum Opfer. In zwei Jahren starben jedoch 43 und 50 Prozent an widrigem Wetter. Für die Zukunft sagen Klimaforscher mehr Stürme vorher.

„Wir können vielleicht nicht viel gegen den Klimawandel tun“, sagt Boersma. “Aber wir können dafür sorgen, dass die weltgrößte Kolonie von Magellan-Pinguinen genug zu fressen hat, indem wir ein Meeresschutzgebiet mit Restriktionen für die Fischerei dort schaffen, wo Pinguine während der Aufzucht der Küken Beute suchen.“