Spezialpapier lässt sich mehrere Male mit Wasser bedrucken

Changchun. Chinesische Wissenschaftler haben ein Spezialpapier entwickelt, das sich mit Wasser bedrucken lässt – und zwar mehrmals nacheinander. Die Flüssigkeit könne mit einem gewöhnlichen Tintenstrahldrucker aufgetragen werden, schreibt das Team um Sean Xiao-An Zhang von der Jilin-Universität in Changchun im Fachjournal „Nature Communications“. Höhere Temperaturen lassen den Druck nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden. So könne das Papier viele Male benutzt werden, ohne dass die Qualität des Schriftbilds leide, schreiben die Forscher – und fügen optimistisch hinzu: „Drucker der Zukunft werden Wasserstrahlpapier benutzen.“

Die Wissenschaftler verweisen auf eine Untersuchung, derzufolge Büros 40 Prozent aller Ausdrucke nur zum einmaligen Lesen verwenden. Die Kosten des Wasserstrahlverfahrens würden nur ein Siebtel der Kosten von Tintenstrahldruck betragen, wenn das Papier zehnmal wiederverwendet würde.

Das Verfahren beruht auf bestimmten Oxazolidinen. Manche dieser chemischen Verbindungen enthalten wasserempfindliche Farbstoffe. Diese besitzen eine Ringstruktur, die durch Wasser geöffnet wird. In der offenen Form sind die Farbstoffe sichtbar, in der geschlossenen Form nicht. Da die Oxazolidine mit Stoffen im Papier reagieren und es komplett einfärben, mussten die Forscher den Farbstoff vom Papier trennen. Das geschieht durch Polyethylenglykol (PEG), einen ungiftigen Stoff, der auch in der Medizin und in der Kosmetik zum Einsatz kommt.

Die Forscher lösten den Farbstoff ebenfalls in PEG und gaben Natriumnitrat hinzu, damit die Farbe nicht so schnell verschwindet. Durch zwei Schichten PEG ist die Farbschicht einerseits vom Papier und andererseits von der Umgebungsluft getrennt, sodass das Spezialpapier insgesamt aus vier Schichten besteht.

Bei Raumtemperatur verschwinde die Schrift nach etwa 22 Stunden, bei 70 Grad Celsius schon nach 30 Sekunden, schreiben die Wissenschaftler. Selbst nach 50 Druckvorgängen lasse die Farbintensität kaum nach. Drucke in Blau, Violett, Magenta und Gold sind demnach bereits gelungen, bisher jedoch nur mit einer Farbe pro Papier. Ein mehrfarbiges Papier mit einem Druckbild, das länger sichtbar bleibt, sei in Entwicklung.