Zugvögel nutzen Auf- und Abwinde zum Energiesparen

London. In V-Formation sparen Zugvögel noch ausgetüftelter Energie als angenommen. Das habe die Analyse des Fluges von 14 Waldrappen ergeben, berichten Biologen um Steven Portugal von der University of London im Fachjournal „Nature“. Die Aufnahmen von Kameras und Minibewegungsmeldern belegten, dass sich die gänsegroßen Vögel in V-Formation viel feiner aufeinander abstimmten als bisher angenommen. Sie nutzten zudem Auf- und Abwinde und sparten damit Kräfte. Dabei legten die Tiere eine bemerkenswerte Fähigkeit an den Tag, Wirbelzonen wahrzunehmen oder sogar vorherzusehen, berichten die Forscher. Bislang hätten Biologen nur theoretisch berechnet, dass das versetzte Fliegen in V-Form aerodynamische Vorteile bringt.

Die beobachteten Waldrappen hätten oft ihre Position gewechselt und den Takt ihres Flügelschlags verändert, um den größten aerodynamischen Vorteil zu erlangen. Dabei hätten die Tiere in V-Formation ihren Flügelschlag mit dem ihres Vorgängers synchronisiert, um Aufwinde optimal zu nutzen. Flogen sie exakt hintereinander, war ihr Flügelschlag gegenläufig. „Dies könnte die ungünstigen Effekte von Fallwinden für den nachfolgenden Vogel verringern“, vermuten die Forscher.