Privater Raumfrachter gestartet

„Cygnus“ hätte schon längst an der Internationalen Raumstation ISS angekommen sein sollen

Washington. Rund drei Wochen später als ursprünglich geplant ist der private Raumfrachter „Cygnus“ zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. An Bord einer Antares-Rakete sei der Frachter am Donnerstagmittag (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Bundesstaat Virginia gestartet, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Kurz darauf habe sich „Cygnus“, der rund 1200 Kilogramm Nachschub und wissenschaftliche Experimente an Bord hat, von der Rakete gelöst und werde nun am Sonntag an der ISS erwartet. Rund einen Monat später soll der Frachter wieder abdocken und in den Pazifik stürzen.

Ursprünglich hatte „Cygnus“ bereits Mitte Dezember starten sollen. Dann war jedoch eine Kühlpumpe an der ISS defekt und musste repariert werden – und der Raumfrachter blieb am Boden. Als es am Dienstag endlich losgehen sollte, war es zu kalt, und aus dem Start wurde wieder nichts. Einen Tag später musste ein weiterer Versuch wegen zu hoher Weltraumstrahlung abgesagt werden.

Der Start ist Teil eines 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro) schweren Vertrags zwischen der „Cygnus“-Betreiberfirma Orbital Sciences und der Nasa, der noch mindestens acht weitere Versorgungsflüge bis 2016 vorsieht. Auch der Frachter „Dragon“ der Firma SpaceX hat bereits zweimal an die ISS angedockt.

Die Nasa hatte 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte. Wegen der hohen Kosten setzt die US-Regierung seitdem verstärkt auf private Anbieter. Derzeit bieten zwei US-Firmen – SpaceX und Orbital Sciences – Flüge mit Nachschub für die ISS an. Zuletzt hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass sie die Finanzierung der ISS um vier Jahre bis 2024 verlängern werde.