Antikörper greifen auch schlafende HI-Viren an

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US-Forscher testeten Giftstoff an Mäusen mit menschlichen Immunzellen

Chapel Hill. Bei einer HIV-Infektion kann eine gezielte Therapie auch sogenannte schlafende Viren abtöten, die den bislang gängigen Medikamenten entgehen. Das haben US-Forscher in einer Studie an Mäusen mit menschlichen Immunzellen gezeigt. Zwar gelang auch mit diesem Vorgehen keine Heilung. Doch die Studie zeige, dass man die Reservoire des Erregers grundsätzlich erreichen könne, schreiben die Forscher von der University of North Carolina in Chapel Hill im Fachblatt „PLOS Pathogens“.

Die antiretrovirale Therapie (ART) kann bei HIV-Patienten die Zahl der Erreger unter die Nachweisgrenze senken. Doch inaktive Viren können die Therapie innerhalb von Zellen in sogenannten Reservoirs überdauern und sich nach Absetzen der Medikamente wieder vermehren. Daher suchen Forscher Wege, alle Erreger im Körper zu aktivieren, so dass Arzneien sie erreichen und abtöten können. Um dies zu testen, nutzten die Forscher sogenannte BLT-Mäuse, deren erworbene Immunabwehr aus menschlichen Zellen besteht. Sie infizierten die Tiere mit HIV und behandelten sie mit einem Cocktail aus drei Medikamenten. Diese schlugen zwar an, doch die Forscher fanden danach infizierte Immunzellen in allen analysierten Gewebetypen, darunter Knochenmark, Milz, Leber, Lunge und Darm. „Bei Menschen lässt sich die Analyse der HIV-Werte in Gewebetypen schwierig vornehmen, aber die gleichzeitige Untersuchung eines breiten Gewebespektrums bietet wichtige Einblicke in die HIV-Biologie“, sagt Erstautor Paul Denton.

Im zweiten Schritt wollten die Forscher die Wirtszellen samt der inaktiven Viren gezielt angreifen. Dazu nutzten sie einen mit einem Giftstoff ausgestatteten Antikörper. Dieser reagiert auf das Virus-Protein Env, das HIV-infizierte Zellen auf ihrer Oberfläche tragen. Eine Behandlung mit dem Antikörper senkte die Zahl der infizierten Zellen auf ein Sechstel. Dies sei zwar immer noch zu wenig für eine Heilung, aber dennoch ein großer Fortschritt. Ihre Arbeit belege, dass HIV-infizierte Zellen überall im Körper zerstört werden könnten, so die Forscher. Und das BLT-System biete eine Plattform, mit der man neue Ansätze zur HIV-Vernichtung testen könne.

( (dpa) )

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