Tierwelt

Synchrongeburten steigern Chancen für den Nachwuchs

Zebramangusten bringen ihren Nachwuchs gleichzeitig zur Welt. Das erhöht offenbar die Überlebenschancen der Jungen –  denn dominante Weibchen können ihren eigenen Nachwuchs nicht vom fremden unterscheiden.

Exeter. Gruppen von Zebramangusten bringen ihren Nachwuchs anscheinend deshalb gleichzeitig zur Welt, um möglichst vielen Jungen das Überleben zu ermöglichen. Bei einem weniger synchronen Fortpflanzungszyklus neigen die älteren dominanten Weibchen dazu, die Jungtiere der anderen zu töten. Das berichtet eine Forschergruppe um Michael Cant von der Universität Exeter in der Fachzeitschrift „PNAS”.

Sieben Jahre lang beobachteten die Biologen elf Gruppen von Zebramangusten (Mungos mungo) in Uganda. Solche Gemeinschaften können bis zu zwölf Weibchen umfassen. Die Studie zeigte, dass die jüngeren Weibchen auffällig oft am gleichen Tag Junge zur Welt bringen wie die älteren. Diese Strategie erhöhte die Überlebenschancen ihres Nachwuchses deutlich – offenbar, weil sie es den dominanten Weibchen erschwerte, die einzelnen Jungtiere zu unterscheiden.

Dies klärten die Forscher, indem sie Verhütungsmittel einsetzten. Wahlweise verhinderten sie die Fortpflanzung der dominanten oder der jüngeren Weibchen innerhalb der Gruppen und untersuchten dann die Überlebenschancen der Jungtiere. Das Ergebnis: Der Nachwuchs jüngerer Weibchen hatte dann die besten Aussichten, die ersten Wochen zu überleben, wenn er zusammen mit den Jungen älterer Weibchen zur Welt kamen. Demnach töten dominante Weibchen mitunter ganze Würfe der Gruppe, wenn sie daran nicht beteiligt sind. Könnte ihr eigener Nachwuchs betroffen sein, sind sie dagegen zurückhaltender.

Geburtenregulation ist in der Natur keine Seltenheit. „Bei Ameisen ist es üblich, dass die Königin die überschüssigen Eier der Arbeiterinnen zerstört, um die Zahl der zeugungsfähigen Insekten klein zu halten”, schreiben die Forscher. Zu viele Nachkommen könne die Gruppe schwächen.