Schimpansen und Menschen geben Sprache ähnlich weiter

Glendale. Bei der Entwicklung von Kulturtechniken gibt es erstaunliche Parallelen zwischen Menschen und Schimpansen. Sie teilen einen bestimmten Mechanismus, wie sie Sprache oder Tricks zur Nahrungsbeschaffung weitergeben und unterschiedliche Kulturen bilden. Darüber berichtet jetzt ein internationales Forscherteam unter Leitung der Midwestern University in Glendale in der Fachzeitschrift „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Dadurch würden sich Menschen und Schimpansen von den Orang-Utans unterscheiden. Ihr Ergebnis werten die Forscher als Hinweis darauf, dass bereits der letzte gemeinsame Vorfahre von Schimpanse und Mensch Kulturtechniken auf diese Art weitergeben konnte.

Die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten über Generationen hinweg gilt als entscheidender Faktor für den evolutionären Erfolg der Menschheit. In den vergangenen Jahrtausenden haben räumlich getrennte Menschengruppen eigene Kulturen entwickelt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Beispielsweise beeinflussen Lebensumgebung und Bevölkerungsgröße die unterschiedliche Entwicklung. Diese Fähigkeiten werden auch zwischen Gruppen ausgetauscht und weitergegeben. Die Wissenschaftler stellten nun fest, dass dieser Mechanismus bei Schimpansen ganz ähnlich funktioniert. Sie hatten die Weitergabe der kulturellen Vielfalt bei indigenen Völkern in Nordamerika und Neu Guinea und auch bei Schimpansen- und Orang-Utan-Populationen untersucht.

Wie ähnlich Schimpansen dem Menschen sind, hatte sich kürzlich in einer Wiener Studie gezeigt. Danach wählten Schimpansen diejenigen Artgenossen als Freunde, die ihnen von der Persönlichkeit her am ähnlichsten waren – und verhielten sich damit so wie Menschen.