Bienen verbessern die Qualität von Früchten

Göttingen. Wenn Bienen Nutzpflanzen bestäuben, erhöht das nicht nur den Ertrag, sondern es verbessert auch die Qualität der Früchte. Bei Erdbeeren ergebe sich durch die Arbeit der Bienen ein Handelswert, der um 54 Prozent höher liege als bei Selbstbefruchtung der Pflanzen, schreibt eine Forschergruppe um den Biologen Björn Klatt von der Universität Göttingen in der Fachzeitschrift „Proceedings“.

„Die durch Bienen bestäubten Früchte waren schwerer, hatten weniger Missbildungen und erreichten eine höhere Handelsklasse“, schreiben die Wissenschaftler. Zugleich wiesen die Erdbeeren weniger gelbe und grüne Stellen auf, hatten ein günstigeres Zucker-Säure-Verhältnis und waren fester. Im Feldversuch hatten die Biologen neun wichtige Erdbeersorten angepflanzt. Durch feinmaschige Gewebe an den Knospen sorgten sie dafür, dass manche Pflanzen nicht von Bienen und vom Wind bestäubt werden konnten. Diese Pflanzen konnten sich nur selbst befruchten. Eine andere Gruppe von Pflanzen konnte vom Wind, eine dritte Gruppe auch von Bienen bestäubt werden. Im Ergebnis waren die durch Bienen bestäubten Früchte durchschnittlich elf Prozent schwerer als die windbestäubten und sogar 30 Prozent schwerer als die selbst bestäubten.

Klatt erklärt dies damit, dass die Bienen die Pollen gleichmäßig auf dem Fruchtboden verteilen. Dadurch entstehen mehr befruchtete Achänen, die nussartigen, kleinen Früchte der Erdbeere. Die Befruchtung sorge dafür, dass pflanzliche Wachstumshormone ausgeschüttet würden. Da Pflanzenhormone die Qualität von Früchten bei vielen Nutzpflanzen beeinflussen, halten die Forscher ihre Ergebnisse für übertragbar auf andere Feldfrüchte.