Hamburgs Notaufnahmen behandeln zu viele Patienten

Hamburg. Die Notfallaufnahme von Krankenhäusern wird offenbar von zu vielen Patienten genutzt. Von 4927 Hamburger Notfallpatienten hätten 2ß Prozent nicht in eine Klinik gehört. Das geht aus einer Studie an vier Hamburger Krankenhäusern hervor, die auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) in Hamburg vorgestellt wurde. Der Studie zufolge hätten für sieben Prozent der Patienten eigentlich andere Mediziner wie Hausärzte oder Notdienste direkt zur Verfügung gestanden. Bei zehn Prozent hätten diese Ärzte in einer angemessenen Frist erreicht werden können. Bei drei Prozent hätten es pflegerische Maßnahmen ausgereicht.

Auf der Tagung berichten Experten, dass allgemein mehr Patienten in Notaufnahmen kommen. Laut DGINA-Hochrechnungen sucht etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Jahr eine solche auf.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat nun ein Faltblatt für die Einwohner der Stadt gedruckt und will es bald großflächig verteilen. Es führt Nummern und Einrichtungen auf, die bei medizinischen Notfällen wichtig sind. Es solle aufklären – gerade in Fällen von leichten Erkrankungen, in denen nicht der Rettungsdienst oder der Notarzt gefordert seien, sagte ein Sprecher.

Die DGINA beklagte bei der Tagung eine „krasse Unterfinanzierung“ bei der ambulanten Notfallversorgung. Nach Hochrechnungen würden jährlich mindestens 21 Millionen solcher Behandlungen bei Patienten vorgenommen. In der Zahl seien auch Patienten enthalten, die nach der Behandlung stationär aufgenommen werden.

Anhand von Auskünften ihrer Mitglieder ermittelte die DGINA, dass Kliniken für ambulante Behandlungen bei gesetzlich Versicherten Honorare von durchschnittlich 30 Euro erlösen. Die entstandenen Kosten für die Kliniken dürften jedoch zwischen 120 bis 150 Euro pro Behandlung betragen. Die Gesellschaft forderte eine Pauschale für die ambulante Notfallbehandlung in Kliniken, die die tatsächlich entstehenden Kosten deckt.