Neue Hoffnung für Diabetiker

Spritzen könnten überflüssig werden. Forscher verstecken Insulin bildende Zellen vorm Immunsystem

Dresden. Eine künstliche Biobauchspeicheldrüse könnte in Zukunft im Körper von Diabetikern Insulin produzieren, ohne Abstoßungsreaktionen des Körpers zu provozieren. Unter Leitung von Forschern aus Dresden entwickelte ein internationales Wissenschaftlerteam dazu ein transplantierbares Kammersystem, in dem die Insulin-bildenden Zellen vor dem Immunsystem versteckt sind.

In ersten Tests zeigten die Wissenschaftler, dass das System grundsätzlich funktioniert. Es bildete auch zehn Monate nach dem Einsetzen noch Insulin und verursachte bei dem Patienten keinerlei Beschwerden, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „PNAS“.

Bei Typ-1-Diabetikern sind die Insulin-bildenden Betazellen des Körpers unwiderruflich zerstört. Die Patienten müssen sich lebenslang Insulin von außen zuführen. Grundsätzlich kann die Transplantation einer Bauchspeicheldrüse, beziehungsweise der Insulin-bildenden Langerhans-Inseln diese Abhängigkeit aufheben. Allerdings müssen die Patienten dann lebenslang Medikamente einnehmen, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Darum – und weil Spenderorgane grundsätzlich knapp sind – kommen für eine Transplantation bisher nur wenige Typ-1-Diabetiker infrage.

Mit dem Kammersystem könnten einige dieser Probleme nun umgangen werden. Das System sieht aus wie eine kleine, flache Dose und wird unter die Bauchdecke implantiert. Die transplantierten Zellen sind darin vom Körper isoliert, Abstoßungsreaktionen des Immunsystems bleiben aus. Noch reichte die Insulin-Menge für eine alleinige Versorgung des Körpers allerdings nicht aus, so die Forscher.

( (dpa) )

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