Aktivität von Tausenden Genen gleichzeitig erfasst

London. Mit einem neuen Verfahren lässt sich erstmals die Aktivität von Tausenden Genen in bis zu 10.000 Zellen gleichzeitig und sehr genau abbilden, wie Biologen der Uni Zürich um Lucas Pelkmans im Fachjournal „Nature Methods“ berichten. Ihnen zufolge könnte die sogenannte FISH-Technik (Fluorescence In Situ Hybridization) die Krebsforschung voranbringen.

Wenn ein Gen in einer Zelle aktiviert wird, übertragen RNA-Moleküle die Informationen von der im Zellkern gelegenen DNA zu den Ribosomen, den Eiweiß-Fabriken der Zelle. Diese Prozesse untersuchen vor allem Krebsforscher in Zusammenhang mit der Entstehung und den Eigenschaften von Tumoren. Bisher ermitteln Forscher die Genaktivität nur grob, indem sie die ungefähre Zahl der in einer Zelle kursierenden RNA-Moleküle bestimmen.

Das neue Verfahren erfasst vollautomatisch nicht nur die Zahl der RNA-Moleküle in Tausenden Einzelzellen, sondern auch noch ihre räumliche Anordnung darin. „Wenn Gene aktiv sind, werden spezifische Transkriptmoleküle produziert“, erläutert der Forscher Thomas Stöger. „Diese färben wir mithilfe eines Roboters ein.“ Ein Fluoreszenzmikroskop erfasst die aufleuchtenden Moleküle. Dessen Bilder werden per Computer ausgewertet.