Unternehmen sichert sich Patent auf „Designer-Babys“ in den USA

München. Kinder nach Maß: Die amerikanische Biotechnologie-Firma 23andMe hat sich in den USA ein Patent auf die Auswahl sogenannter Designer-Babys gesichert. Das Europäische Patentamt in München bestätigte am Freitag einen Bericht des Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Testbiotech. Das Patent gilt aber nicht für Europa.

Laut Testbiotech können mit dem Patent menschliche Samen- und Eizellen selektiert werden. Dazu würden die genetischen Daten von Spendern erhoben. Eltern könne so eine Auswahl nach Kriterien wie Augenfarbe, Langlebigkeit oder athletischen Eigenschaften angeboten werden, erläuterte Testbiotech in München. Zudem könnten mit der Methode auch die Risiken für diverse Krankheiten bestimmt werden, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“.

Das Münchner Institut kritisierte das Vorhaben der US-Firma. „Die genetische Identität eines Menschen darf nicht von Mode, Markt und Meinung abhängen“, sagte Testbiotech-Geschäftsführer Christoph Then, der darin einen fundamentalen Verstoß gegen die Menschenwürde sieht. „Geschäftsideen, die auf der Produktion von Designer-Babys beruhen, dürfen nicht durch Patente gefördert werden.“

Das Europäische Patentamt (EPA) war auch mit dem Vorhaben befasst. Nach Angaben eines Sprechers hatte 23andMe in München die international gültige Anmeldung des Patents beantragt. Das EPA sei beauftragt worden, eine Recherche zum Stand der Technik durchzuführen. Aufgrund des Ergebnisses habe das US-Unternehmen dann allerdings keine europäische Patentanmeldung mehr beantragt. „Eine Prüfung des Patents nach europäischem Patentrecht hat deshalb gar nicht erst stattgefunden“, sagte der Sprecher des EPA.