Heilungschancen

Kurze Bestrahlung nach Brustkrebs

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Langzeitstudie belegt gleiche Heilungschancen auch bei drei statt fünf Wochen Therapiezeit. Im Jahr 2008 wurde allein in Deutschland bei fast 72.000 Frauen Brustkrebs festgestellt.

London Bei Brustkrebs im Frühstadium hilft nach der Entfernung des Tumors eine kürzere Strahlentherapie ebenso gut wie eine längere und insgesamt intensivere Behandlung – so das Resultat einer großen Langzeitstudie. Demnach könnten Ärzte bei gleichem Erfolg die Strahlendosis um insgesamt ein Viertel und die Dauer der Behandlung von fünf auf drei Wochen reduzieren, berichten britische Mediziner in der Zeitschrift „The Lancet Oncology”.

Im Jahr 2008 wurde allein in Deutschland bei fast 72.000 Frauen Brustkrebs festgestellt. Bei früher Diagnose folgt auf die Entfernung des Tumors gewöhnlich eine Strahlentherapie, bei der der Tumor mit einer Gesamtdosis von 50 Gray (Gy) bestrahlt wird, verteilt auf 25 Einzelbestrahlungen zu je zwei 2 Gy. Seit Jahren diskutieren Mediziner über das beste Bestrahlungsschema, dabei verweisen Verfechter der bisherigen Praxis auch auf mangelnde Langzeitdaten aus hochwertigen Studien.

Die britischen Studien liefern Daten über zehn Jahre. 4451 Teilnehmerinnen waren nach der Operation zwischen 1999 und 2002 per Los auf Gruppen mit unterschiedlicher Strahlentherapie verteilt worden. Sie bekamen entweder 50 Gy in 25 Sitzungen über fünf Wochen oder 40 Gy in 15 Sitzungen über drei Wochen. Hier war die Einzeldosis jedoch von zwei auf etwa 2,7 Gy erhöht. Nach durchschnittlich zehn Jahren waren die Rückfallraten in allen Gruppen vergleichbar. „Unsere Resultate stützen den dauerhaften Einsatz von 40 Gy in 15 Teilen, der in den meisten britischen Zentren schon als Standard eingesetzt wird”, sagt Studienleiter John Yarnold vom Institute of Cancer Research in London.

Den Vorteil sieht der Mannheimer Strahlentherapeut Prof. Frederik Wenz in der auf drei Wochen reduzierten Dauer. Auch seien Rückfallgefahr und Nebenwirkungen nicht erhöht, so der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO): „Ich gehe davon aus, dass diese Behandlungsoption in die neuen Leitlinien der DEGRO aufgenommen wird.” Dies gelte für Patientinnen ohne Lymphknotenbefall, die sich keiner Chemotherapie unterziehen und die keine sehr großen Brüste haben.

( (dpa) )

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