1500 Jahre alte Grabkammer eines Kriegers entdeckt

Gotha. Bei Ausgrabungen in der Nähe von Gotha ist eine rund 1500 Jahre alte Grabkammer mit einem Skelett entdeckt worden. Wie das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar mitteilte, stammt der Fund bei Boilstädt aus dem 5. oder 6. Jahrhundert nach Christus.

In einer knapp sechs Quadratmeter großen und zwei Meter tiefen Kammer wurde demnach ein Mann mit seinen Waffen und Ausrüstungsgegenständen beigesetzt. Die Kammer sei im Gegensatz zu früheren Funden noch unberührt. „Bei dem Mann handelt es sich mit Sicherheit um einen Krieger“, sagte der Leiter des Archäologischen Landesmuseums, Diethard Walter. Er sei so aufwendig bekleidet gewesen, dass eine enge Verbindung zum Königshaus wahrscheinlich sei. Geophysikalische Messungen ließen neben den bereits entdeckten Waffen weitere Edelmetallfunde erwarten, hieß es. Wegen der Einmaligkeit des Fundes soll die Bergung des Grabes im Block erfolgen und dann im Landesamt weiter untersucht werden. Rund um das Grab sind außerdem das Pferd und ein Hund des Kriegers begraben.

Weitere Gräber in der Nähe stammen aus dem 6. bis 8. Jahrhundert. Auch hier wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden. Entdeckt wurden außerdem jungsteinzeitliche Gräber (3. Jahrtausend vor Christus) sowie Siedlungsreste. Die Archäologen waren bei den Arbeiten für die Ortsumgehung Sundhausen auf das Gräberfeld gestoßen.