Forscher kartieren Wanderrouten junger Suppenschildkröten

London. Forscher haben die rätselhaften Wanderrouten junger Suppenschildkröten kartiert. Demnach lassen sich die Winzlinge von Meeresströmungen über Tausende Kilometer zu ihren Futtergebieten tragen, berichten US-Biologen um Nathan Putman von der Oregon State Universität in der Zeitschrift „Biological Sciences“ der britischen Royal Society. Die Kenntnis dieser Strecken soll helfen, die Tiere besser zu schützen.

Der Start ins Leben ist für Suppenschildkröten (Chelonia mydas) gefährlich: Vor allem auf dem kurzen Weg vom Nest ins Wasser lauern Räuber wie Vögel oder Krabben. Die erste Zeit im Meer nennen Forscher auch die „verlorenen Jahre“, denn über die Routen der kleinen Tiere ist nur wenig bekannt. „Die jungen Schildkröten verschwinden auf dem offenen Meer und bleiben lange Zeit unbeobachtet“, schreiben die US-Biologen. „Deutlich gewachsen tauchen sie erst drei bis vier Jahre später in der Nähe der Futterplätze wieder auf.“

Um die Wanderungen der unter Artenschutz stehenden Tiere zu klären, glichen die Biologen genetische Daten, Informationen zu Geburts- und Futterplätzen sowie Meeresströmungen miteinander ab. Zu den wichtigsten Brutgebieten zählen der Südatlantik, Australien, Indien und Teile der Mittelmeerküste. Um von dort ihre Futterplätze zu erreichen, nutzen die Schildkröten Strömungen wie den Golfstrom.

Genetische Analysen belegen einen Zusammenhang zwischen den Geburtsstränden, wohin die Weibchen noch zum Eierlegen zurückkehren, und den Futtergründen. So besuchen etwa Schildkröten, die auf Ascension Island zwischen Afrika und Südamerika geboren wurden, bevorzugt Futterplätze vor Süd-, Mittel- und Nordamerika.