Frühere Vorhersage von El Niño dank neuer Methode

Gießen/Potsdam. Starker Regen, Wirbelstürme und Dürren – das Klimaphänomen El Niño hat unter anderem in der Pazifikregion schlimme Auswirkungen. Deutsche Forscher haben eine neue Methode entwickelt, mit der sie El Niño nach eigenen Angaben früher und besser vorhersagen können. Der Prognosezeitraum steige von sechs auf bis zu 18 Monate; zudem seien die Warnungen treffsicherer, teilte die Universität Gießen mit. Zu dem Forscherteam gehören unter anderem Armin Bunde und Josef Ludescher vom Institut für Theoretische Physik sowie Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Seit den 1950er-Jahren gibt es im tropischen Pazifik ein Netz mit mehr als 200 Messpunkten zur Beobachtung von außergewöhnlichem Verhalten der Wasser- und Lufttemperatur. Die Forscher spürten nun bislang unerkannte Fernwirkungen auf, wie sie im Journal „PNAS“ schreiben. Diese seien bereits im Jahr vor dem Auftreten des Klimaphänomens erkennbar.

El Niño tritt unregelmäßig, aber oft gegen Jahresende auf und führt unter anderem dazu, dass der Pazifik vor der Westküste Südamerikas wärmer wird und vor der Ostküste Australiens und Indonesiens kälter. Dadurch kommt es unter anderem zu Überschwemmungen in Südamerika und anhaltende Dürren in Australien.

Einer kürzlich veröffentlichten Studie zufolge hat die Erderwärmung das Phänomen in den vergangenen Jahrzehnten verschärft. Neue Daten von Baumjahresringen hätten ergeben, dass El Niño im späten 20. Jahrhundert deutlich aktiver gewesen sei als in den sieben Jahrhunderten zuvor, berichteten Forscher im Fachjournal „Nature Climate Change“.