Moderner Mensch kam doch nicht früher nach Asien

London. Der moderne Mensch besiedelte Südasien vor etwa 50.000 bis 60.000 Jahren von Ostafrika aus. Es gebe keine überzeugenden Hinweise für die von einigen Experten geäußerte Annahme, dass der Homo sapiens schon viel früher Südasien erreicht habe, berichten Forscher aus England und Portugal in der Fachzeitschrift „PNAS“.

Nach der als gesichert geltenden Out-of-Africa-Theorie breitete sich die Gattung Homo von Afrika aus über die Welt aus. In einer ersten Auswanderungswelle gelangte demnach Homo erectus vor etwa 1,9 Millionen Jahren nach Asien und Europa. Vermutlich entwickelte sich aus ihm in Europa der Neandertaler, in Afrika der Homo sapiens. Dieser verließ in einer zweiten Auswanderungswelle vor 60.000 bis 70.000 Jahren erneut den afrikanischen Kontinent und zog über die Erde.

Vor ein paar Jahren hatten einige Forscher die Hypothese aufgestellt, dass der moderne Mensch Asien schon viel früher besiedelt habe, und zwar vor dem Ausbruch des Toba-Vulkans auf Sumatra (Indonesien) vor etwa 75.000 Jahren. Die Forscher der neuen Studie schließen dies aus. So seien unter anderem bestimmte genetische Merkmale, die heute alle Menschen tragen, erst später – nach dem Vulkanausbruch – in Ostafrika entstanden.