Masern sind in Europa wieder ein großes Problem

In den vergangenen drei Jahren wurden europaweit 90.000 Erkrankungen gemeldet

Berlin. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Staaten Europas erleben Masern derzeit ein unerwünschtes Comeback. 90.000 Masernfälle wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein in den vergangenen drei Jahren europaweit gemeldet. Von 2010 auf 2011 habe sich die Zahl vervierfacht, hieß es auf dem Europäischen Kongress für Infektionskrankheiten (ECCMID) in Berlin. „Vor allem Frankreich, aber auch Italien und England sind betroffen“, sagte WHO-Masernexpertin Prof. Susanna Esposito von der Universität Mailand. Auch in Berlin gibt es seit Wochen wieder ungewöhnlich viele Fälle.

Grund sei in Westeuropa vielerorts die Skepsis von Impfgegnern, die Schäden durch Nebenwirkungen der Impfung befürchteten. „Unter anderem geht dies auf eine Veröffentlichung von 2009 zurück, die die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfung mit Autismus in Verbindung brachte“, sagte Esposito. „Aber die zugrunde gelegten Daten sind vollkommen falsch. Das ist mittlerweile klar.“ Die Folge sei jedoch, dass die Durchimpfungsquote von 95 Prozent, die für eine Eliminierung der Masern in der Gesamtbevölkerung nötig sei, vielerorts nicht erreicht werde, sagte die Expertin anlässlich des Fachkongresses.

Die hoch ansteckende Infektionskrankheit mit den typischen roten Hautflecken kann auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie etwa Lungen- sowie Hirnentzündungen führen.

( (dpa) )

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