Das Ballen der rechten Faust bringt Wörter ins Gehirn

San Francisco. Wer gut Vokabeln lernen will, sollte vorher kurz die rechte Hand zur Faust ballen. Eine Faust mit der Linken hilft dagegen, die Worte aus dem Gedächtnis wieder abzurufen. Das gelte zumindest für Rechtshänder, berichten amerikanische Psychologen im Online-Fachjournal „Plos One“. Der Grund für die Wirkung der Fäuste ist möglicherweise die Anregung der verschiedenen Gehirnhälften vor der Merkaufgabe.

Das Team um Ruth Propper von der Universität in Montclair bat 51 rechtshändige Versuchspersonen, gar nicht oder zweimal kurz hintereinander mit derselben Hand für 45 Sekunden einen kleinen Gummiball zu drücken und sich dabei auf ein X auf einem Bildschirm zu konzentrieren.

Anschließend sollten alle Probanden versuchen, sich die 72 Wörter zu merken, die auf dem Bildschirm vor ihnen erschienen. Zuletzt sollten sie so viele Wörter wie möglich wiedergeben, nachdem sie zuvor wieder mit einer Hand zugedrückt oder nichts dergleichen getan hatten.

Dabei schnitten die Probanden am besten ab, die beim Lernen mit rechts, beim Abrufen der Information aus ihrem Kurzzeitgedächtnis dagegen mit links gedrückt hatten. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einfache Bewegungen das Gedächtnis verbessern können, etwa durch zeitweise Veränderung der Gehirnaktivität“, sagt Propper. Diese Aktivität des Gehirns sei bei den Versuchen allerdings nicht gemessen worden, schränkt sie ein.