Nano-Transporter sollen Medikamente ins Auge bringen

Regensburg. Forscher der Universität Regensburg haben jetzt winzige Teilchen entwickelt, die künftig in der Augenheilkunde eingesetzt werden könnten: Spritzt man die etwa 50 Nanometer großen Partikel in die Blutbahn, setzen sie sich an der Wand der Blutgefäße fest, die die Netzhaut versorgen. Dafür, dass sie auch wirklich an den richtigen Ort gelangen, sorgen auf ihrer Oberfläche verankerte Moleküle, die sich an bestimmte Rezeptoren der entsprechenden Zellen binden.

Die Wissenschaftler Prof. Achim Göpferich vom Institut für Pharmazie und Prof. Ernst Tamm vom Institut für Anatomie der Universität Regensburg sehen darin die Möglichkeit, in Zukunft mithilfe von Nano-Transportern Medikamente direkt über die Blutbahn in das Auge zu bringen und so Krankheiten zu behandeln. Über ihre Experimente an Mäusen berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "PNAS".

Für die Behandlung haben die Forscher vor allem zwei Krankheiten im Blick: Netzhautveränderungen infolge eines Diabetes und die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), bei der es durch krankhafte Veränderungen der Blutgefäße in der Netzhaut zur Abnahme der Sehschärfe in der Mitte des Gesichtsfeldes kommt. Beide Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für eine Sehverschlechterung bis hin zu einer Erblindung. Weltweit leiden 50 Millionen Menschen an diesen Augenkrankheiten. Die bisher zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel mit einem Laser, können den Krankheitsverlauf zwar verlangsamen oder sogar zum Stillstand bringen. Es besteht aber das Risiko, dass dabei Gewebe zerstört wird oder es zu einer Infektion kommt. Deswegen setzen die Forscher auf den neuen Therapieansatz, um die Netzhaut für Medikamente besser erreichbar zu machen.

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