Starregisseur Cameron stiftet sein Tiefsee-U-Boot der Forschung

Woods Hole. Ein Jahr nach seiner Rekordtauchfahrt auf den Grund des Marianengrabens gibt der Starregisseur James Cameron, 58, sein U-Boot "Deepsea Challenger" an ein Forschungsinstitut ab. Nach Mitteilung des "Titanic"-Regisseurs und des ozeanografischen Forschungsinstituts in Woods Hole (US-Staat Massachusetts) soll das von Cameron entwickelte und finanzierte U-Boot von Forschern der Woods Hole Oceanographic Institution weiter zur Tiefseeerkundung benutzt werden. Das mit zahlreichen Kameras bestückte Unterseeboot war seit 2005 für seine Mission in den Marianengraben entwickelt worden.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge hatte der Kanadier rund zehn Millionen Dollar aus eigener Tasche in das Tauchprojekt gesteckt. Cameron war vor einem Jahr als erster Mensch allein in dem sieben Meter langen U-Boot in das Challengertief im Westpazifik hinuntergetaucht. Dort sammelte er Daten und Proben und filmte die Tiefseewelt.

Sein U-Boot brauchte zwei Stunden und 36 Minuten, um in eine Tiefe von 10.898 Metern hinabzutauchen. Vor ihm waren 1960 nur die Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh so tief in den Marianengraben vorgedrungen.

James Cameron ("Avatar - Aufbruch nach Pandora") gilt als ein Fan der Tiefsee und ist Dutzende Male einige Tausend Meter tief getaucht. Er hatte auch das Wrack der "Bismarck" im Nordatlantik besucht und eine Dokumentation über das im Zweiten Weltkrieg von der britischen Royal Navy versenkte deutsche Schlachtschiff gedreht. Er unternahm außerdem etliche Tiefseeexpeditionen zu dem Wrack des 1912 untergegangenen Luxusliners "Titanic". Das Passagierschiff war nach einer Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik auf eine Tiefe von etwa 3800 Metern gesunken.