Einige Braunbären ähneln genetisch eher Eisbären

San Francisco. Fast alle Eisbären stammen von Braunbären ab - aber bei einigen Braunbären im Südosten Alaskas ist es umgekehrt. Das haben Forscher um Beth Shapiro mit Erbgutanalysen bewiesen, über die sie im Journal "Plos Genetics" berichten. Demnach tragen einige Braunbären auf den Inseln Admiralty, Baranof und Chichagof (ABC-Inseln) weit mehr Gene einer sehr frühen Eisbärkolonie als gedacht. Sie wurden äußerlich zum Braunbär, weil sie sich mit männlichen Braunbären vom Festland paarten.

Seit Langem diskutieren Forscher schon über die evolutionären Zusammenhänge zwischen Braun- und Eisbären. Die Braunbären auf den ABC-Inseln eigneten sich besonders gut als Forschungsobjekte. Denn ihre DNA ähnelt der von Eisbären mehr als der von anderen Braunbären. Als Grund für die Verwandtschaft vermuten die Forscher eine Klimaerwärmung vor 10.000 Jahren. Eisbären lebten damals etwas südlicher als heute. Obwohl sich das Eis nach Norden zurückgezogen hat, könnten einige der Tiere länger in diesem nun eisarmen Gebiet der ABC-Inseln geblieben sein als andere. Mit dem Rückzug des Eises wurde die Gegend wieder bewohnbar für Braunbären. Daraufhin hätten sich überwiegend männliche Braunbären mit den "gestrandeten" weiblichen Eisbären gepaart.

Damit verläuft die Familiengeschichte einiger Bären von den ABC-Inseln anders als bei anderen Eis- und Braunbären. Denn überwiegend stammen Eisbären von Braunbären ab. Diese Abspaltung datierten Forscher aus Frankfurt in einer Studie von 2012 auf eine Zeit vor 600.000 Jahren.