Tiere leiden seit Urzeiten unter Bandwürmern

Rio Grande. Einer Studie zufolge leiden Wirbeltiere schon seit mindestens 270 Millionen Jahren an Bandwürmern. Das zeige eine Gruppe von Bandwurmeiern, die in versteinertem Kot dieses Alters von Süßwasserhaien gefunden wurde, berichtet ein internationales Forscherteam um Paula Dentzien-Dias von der brasilianischen Universität in Rio Grande. "Das ist der älteste versteinerte Nachweis von Bandwurm-Parasitismus bei Wirbeltieren", schreiben die Forscher im Online-Fachjournal "Plos One".

Das Fossil wurde in der Gemeinde São Gabriel in Südbrasilien gefunden. Es könne sich um einen Süßwasserteich gehandelt haben, wo mehrere Fische möglicherweise während einer Trockenperiode von anderen Flüssen und Seen abgeschnitten waren, so die Forscher. Die Ausbreitung von Parasiten werde gefördert, wenn sich viele Tiere einer Population in einem begrenzten Gebiet aufhielten. Auch die Chance auf eine Konservierung werde durch die hohe Tierzahl erhöht - so wie in diesem Fall geschehen.

Der Fund trage dazu bei, eine Zeitleiste für die Entwicklung der heutigen Bandwürmer zu erstellen, die der Mensch auch von Schweinen, Rindern oder Fischen erhalten könne. Die versteinerten Eier seien in ähnlicher Anhäufung gefunden worden, wie sie auch heutige Bandwürmer ablegten. Die Versteinerung stamme aus dem mittleren bis späten Perm. Die Forscher verweisen darauf, dass dieser Periode das größte Massensterben der Erdgeschichte vor etwa 250 Millionen Jahren folgte. 90 Prozent der Meereslebewesen und 70 Prozent der Landbewohner seien damals ausgestorben - Bandwürmer haben offensichtlich überlebt.