126 Arten am Mekong entdeckt

Forscher finden unter anderem einen singenden Frosch und eine zweibeinige Eidechse

Berlin. Die artenreichen Lebensräume in der Mekong-Region in Thailand, Kambodscha und Vietnam sind durch den Bau von Trassen, Dämmen und schnell wachsenden Städten bedroht. Bereits heute stünden 70 Prozent der Säugetierarten, die nur dort vorkommen, auf der Roten Liste - etwa der Indochinesische Tiger und der Asiatische Elefant, berichtet die Umweltstiftung WWF. Das Entdecken und Beschreiben von Arten am Mekong gleicht daher einem Wettlauf gegen die Zeit: Im Durchschnitt 2,5 Arten kommen in der Region pro Woche hinzu.

Allein 2012 konnten Wissenschaftler in der grenzüberschreitenden Region Südostasiens 126 Tier- und Pflanzenarten erstmalig ausfindig machen: Fünf Säugetiere, fünf Amphibien, 13 Fische, 21 Reptilien und 82 Pflanzenarten, berichtete der WWF am Dienstag. Darunter sind so ungewöhnliche Vertreter wie die Beelzebub-Fledermaus. Sie lebt im tropischen Urwald Vietnams und schaut mit ihrer trompetenförmigen Nase finster drein. Auch ein Fisch, der über Land robben kann, gehört dazu. Besonders exotisch ist ein zierlicher Laubfrosch, der Weibchen anlockt, indem er wie ein Vogel singt. Auch eine grasgrüne Viper mit rubinroten Augen wurde in Kambodscha und Vietnam erstmals gesichtet.

Überrascht waren die Forscher in Thailand vom Fund einer Eidechse, die statt der vier üblichen Gliedmaßen nur die zwei vorderen Extremitäten hat. "Was die Expeditionen entdecken, wirkt stellenweise wie aus der Ideenkiste eines Science-Fiction-Autors", sagte Stefan Ziegler vom WWF.

( (dpa) )

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