Zink könnte gegen tödliches Quallengift helfen

Hilo. Die Gifte der Würfelquallen gehören zu den stärksten der Tierwelt: So können Menschen, die mit dem Gift der Art Chironex fleckeri in Berührung kommen, an Herzversagen sterben. Forscher der Universität von Hawaii haben nun einen neuen Ansatz für die Behandlung von Opfern der Quallen gefunden. In Experimenten mit zuvor vergifteten Mäusen entdeckten sie, dass die Substanz Zinkgluconat den Tod der Tiere deutlich hinauszögerte, schreiben sie im Fachjournal "Plos One".

Angel Yanagihara und Kollegen hatten bereits in einer Studie aus dem Jahr 2001 Näheres zum Gift der Würfelqualle Alatina moseri herausgefunden. Sie entdeckten, dass durch deren Gift Poren in der Hülle der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen und sich diese dadurch auflösen. Nun fanden die Forscher heraus, dass auch das Gift von Chironex fleckeri diesen Effekt hat. Zunächst gewannen sie das Gift der Tiere. Anhand von Experimenten mit Mäusen und mit menschlichem Blut erkannten die Wissenschaftler, dass das Gift auch hier zur sogenannten Hämolyse führt. Durch die leckenden Erythrozyten gelangen große Mengen an Kalium ins Blut, was wiederum zum Herztod führe, so die Forscher.

Porenbildende Toxine kommen typischerweise in Bakterien vor. Studien hatten zuvor gezeigt, dass Zink die Aktivität der bakteriellen Gifte stoppen kann. In weiteren Experimenten prüften die Wissenschaftler daher, ob Zink auch ein potenzielles Gegengift für Chironex-fleckeri-Vergiftungen sein könnte. Das Ergebnis: Die Gabe von Zinkgluconat, einem Salz der Gluconsäure, verlangsamte den Kaliumaustritt aus den Zellen. Zuvor vergiftete Mäuse lebten länger und zeigten auch länger ein normales EKG.

( (dpa) )