Mozilla will das Web zur dritten Smartphone-Plattform machen

Berlin. Der Browser soll verschwinden, alle Inhalte und Anwendungen sollen direkt aus dem Web auf dem Smartphone-Bildschirm erscheinen. So wird sich in der ersten Hälfte des kommenden Jahres das erste Handy mit dem Betriebssystems Firefox OS präsentieren. "Das Web ist die einzige Technologieplattform, die sich neben iOS und Android als dritte Plattform etablieren kann", sagte der Leiter der Forschungs- und Entwicklungsplattform von Mozilla, Andreas Gal.

Android ist das von Google entwickelte System, das auf Geräten unterschiedlicher Hersteller zur meist verbreiteten Smartphone-Plattform geworden ist. Danach folgt iOS, das auf dem iPhone von Apple zum Einsatz kommt. Für Windows Phone werde es schwer, genügend Entwickler zu überzeugen, alle interessanten Apps dafür zu programmieren, sagte Gal. Mit dem Firefox OS werde das Open-Source-Projekt Mozilla zeigen, "dass das Web in jeder Hinsicht konkurrenzfähig mit geschlossenen Technologien ist".

Das Firefox-Handy soll ein Einstiegsgerät sein für Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Markteinführung ist in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern geplant - "für Anwender, die vorher noch nie ein Smartphone gesehen haben", erklärte Gal.

Das Firefox-Smartphone soll besonders stabil gestaltet werden. "Und wir wollen dafür sorgen, dass es schnell startet, dass alle Anwendungen und Animationen flüssig sind", sagte Gal. Die wichtigsten Apps für Web, E-Mail und soziale Netzwerke bilden die Basisausstattung. Daneben werde es auch Apps für lokale Bedürfnisse geben. Viele Anwendungen soll der Mozilla Marketplace bereitstellen - daneben wird es auch eine Suchmaschine für Web-Anwendungen geben.

Gegenüber sogenannten nativen Anwendungen für geschlossene Betriebssysteme gebe es zwar noch Mängel, etwa bei der schnellen Ausführung von 3-D-Spielen, räumte Gal ein. Aber solche Lücken würden nach und nach geschlossen.