Studie: Aspirin hilft nur bei bestimmter Darmkrebsart

Boston . Aspirin wird oft bei Dickdarmkrebs eingesetzt, doch es wirkt einer neuen Studie zufolge womöglich nur bei einem bestimmten Typ. Wie Forscher um Shuji Ogino in Boston berichten, könnte das Medikament das Leben von Patienten verlängern, die eine Mutation am PIK3CA-Gen haben. An dieser Form leiden 20 Prozent der Patienten. Es gibt bereits mehrere Studien, die Aspirin eine krebsvorbeugende Wirkung und eine Unterstützung bei der Darmkrebstherapie zuschreiben.

Für ihre Studie, die im "New England Journal of Medicine" präsentiert wird, hatten die Forscher Daten von 964 Patienten mit Dickdarmkrebs aus der Nurses' Health Study und weiteren Untersuchungen analysiert. Ergebnis: Von den Probanden mit einer Mutation des PIK3CA-Gens, die regelmäßig Aspirin nahmen, waren nach fünf Jahren 97 Prozent noch am Leben. Dagegen lebten nur noch 74 Prozent dieser Patienten, die kein Aspirin genommen hatten. Das Mittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure hatte in der Studie allerdings keinerlei Einfluss auf die Lebenszeit von anderen Dickdarmkrebspatienten. "Zum ersten Mal haben wir einen genetischen Marker, der Ärzten bei der Bestimmung helfen kann, welcher Dickdarmkrebs auf eine spezielle Therapie reagiert", sagte Ogino und betonte zugleich, die Ergebnisse sollten noch durch andere Forscher in weiteren Studien überprüft werden.

Nach Auskunft des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg hätten vorhergehende Untersuchungen gezeigt, dass sich bei Darmkrebspatienten durch die tägliche Einnahme von Aspirin weniger Fernmetastasen bildeten. Eine krebsvorbeugende Wirkung habe sich am deutlichsten bei Menschen mit einem sehr hohen angeborenen Darmkrebsrisiko gezeigt. Das DKFZ warnt jedoch davor, Aspirin eigenmächtig über längere Zeit zu nehmen. Dies könne zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt und zu Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems führen.

( (dpa) )