Im Eiweißbrot können versteckte Fette lauern

Das Gebäck soll beim Abnehmen helfen. Doch Experten sind skeptisch

Wettenberg. Diät-Trends treiben bisweilen kuriose Blüten: Jetzt soll ein Brot mit besonders viel Eiweiß schlank machen. Ernährungsexperten warnen vor zu hohen Erwartungen. Es gebe sogar Eiweißbrote, die mehr Kalorien als normales Brot haben, sagte die Ökotrophologin Kathi Dittrich vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung in Wettenberg.

Neben dem hohen Eiweißgehalt bewerben Hersteller auch den geringen Anteil an Kohlenhydraten. Kohlenhydrate sind als Dickmacher verschrien. Genau da setzen Low-Carb-Diäten an: Sie raten, vor allem abends auf Kohlenhydrate zu verzichten und stattdessen Salat, Fisch, Ei und Fleisch zu essen. Das Eiweißbrot ist nach Dittrichs Einschätzung höchstens im Rahmen einer solchen Ernährung sinnvoll. "Aber wenn man abends einfach nur das normale Brot durch Eiweißbrot ersetzt und sonst isst wie bisher, wird man sicher nicht abnehmen."

Doch selbst als Bestandteil der Low-Carb-Diät hat Eiweißbrot seine Tücken. Denn es mache nicht besonders satt. "Aber wenn man davon vier oder fünf Scheiben isst, dann ist die Kalorienersparnis auch gleich wieder weg", merkte Dittrich an. Auch gebe es Varianten, die mit rund 30 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm kaum weniger haben als etwa normales Roggen-Vollkornbrot mit knapp 40 Gramm. Die stark kohlenhydratreduzierten Varianten enthalten aber meist besonders viel Fett. "Denn man muss ja auch diese Kohlenhydrate durch irgendwas ersetzen", erklärte Dittrich. Sesamsamen, Sonnenblumenkerne oder Nüsse leisten das, bringen aber viel Fett mit. Das treibt die Gesamtkalorienzahl hoch und erschwert das Abnehmen. Ein normales Roggen-Vollkornbrot habe etwas mehr als ein Gramm Fett, Eiweißbrot rund drei bis zehn Gramm.

( (dpa) )