Forscher prüfen, wie Saharastaub auf das Klima wirkt

Bremen. Beeinflusst ins Meer rieselnder Saharastaub das Klima? Dieser Frage will der Meeresgeologe Dr. Jan-Berend Stuut am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und am niederländischen Meeresforschungsinstitut in den nächsten fünf Jahren nachgehen. Für das Projekt stelle der Europäische Forschungsrat knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung, teilte eine Sprecherin der Universität Bremen mit.

Nach Schätzungen werden pro Jahr rund eine Milliarde Tonnen Staub aus der Sahara und der Sahelzone aufgewirbelt. Ein Teil davon gelange ins Meer, wirke dort wie Dünger und fördere das Wachstum von Algen und Plankton. Klären möchte Stuut, ob dabei so viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre entzogen wird, dass es einen Effekt auf den Klimawandel gibt. "Um das beantworten zu können, müssen wir zunächst die genauen Auswirkungen der Staubablagerungen auf die marine Umwelt untersuchen", teilte Stuut mit.

Sein Projekt "DustTraffic" startet im Oktober mit einer Expedition an Bord des Forschungsschiffs "Meteor" von den Kapverdischen Inseln quer über den Atlantik bis in die Karibik. Entlang dieser Strecke sollen zehn Sedimentfallen unter Wasser ausgesetzt werden, in denen sich alles sammelt, was zum Meeresboden rieselt. Außerdem soll auch ein schwimmender Staubsammler in der Mitte des Atlantiks ausgesetzt werden.

( (dpa) )