Gen-Forschung

Austern haben viele Anti-Stress-Gene

Mit dem Erbgut der Pazifischen Auster wurde erstmalig das eines Weichtieres entziffert. Sie hat gute Gene, um in den Gezeiten zu überleben.

Quingdao. Das Erbgut der Pazifischen Auster ist entziffert und damit auch das erste eines Weichtieres. Die Analyse der Gene zeige eine starke Fähigkeit zur Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen, berichten chinesische Wissenschaftler in der britischen Fachzeitschrift "Nature".

Das Genom der bei Gourmets beliebten Auster habe auffällige Eigenheiten, schreibt das Team von der chinesischen Akademie der Wissenschaften. Es enthalte etwa über 8600 zuvor unbekannte Gene, von denen wahrscheinlich viele typisch für Weichtiere seien, also für Muscheln, Schnecken und Tintenfische. Aber auch bereits bekannte Gengruppen hätten eine besondere Ausprägung: So besitze die Auster 88 Gene für Hitzeschutzproteine, im Vergleich zu den 17 des Menschen. Zudem habe die Muschel extrem viele Erbanlagen, die dem Zelltod entgegenwirken.

All diese Gene bieten nach Angaben der Forscher einen Schutz gegen die wechselnden Umweltfaktoren. Wurden die Austern mit höheren Temperaturen oder steigendem Salzgehalt unter Stress gesetzt, so nahm die Aktivität von 5844 Genen zu. Das beweise, dass Mechanismen zur Bewältigung von umweltbedingtem Stress im Genom der Auster einen großen Raum einnehmen - eine sinnvolle Anpassung für ein festsitzendes Tier im Gezeitenbereich.

Die erste Genkarte eines Weichtieres könne wertvolle Kenntnisse über den gesamten Tierstamm vermitteln. In den Meeren sind Mollusken eine der artenreichsten Gruppen.

( (dpa) )