Hamburg ist auf einen eventuellen Ernstfall gut vorbereitet

Fragen an zuständige Behörden und Einrichtungen

Gibt es SARS-Sicherheitsvorkehrungen am Hamburger Flughafen? "Als internationaler Flughafen sind wir immer auf alle möglichen Krankheiten vorbereitet. Beispielsweise hattenwir vor zwei Jahren wegen der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien Desinfektionsmatten aufgestellt", sagte Flughafensprecherin Stefanie Koall. "Um allgemeine Schutzmaßnahmenwie Temperaturmessen vorzunehmen, brauchen wir als öffentliches Gebäude eine Anweisung von der Gesundheitsbehörde." Dafür gebe es keine Notwendigkeit. "Bei SARS gab es bisher vier Verdachtsfälle, die sich als unbegründet herausstellten." Gibt es an den Schulen erhöhte Alarmbereitschaft? "Nein. Das theoretische Bedrohungspotenzial ist gering. Wir untersuchen die Lage aber ständig", so Alexander Luckow, Sprecher der Bildungsbehörde. Was unternimmt die Feuerwehr bei SARS-Verdacht? "Es gibt drei Stufen für Infektionstransporte - SARS ist in der gefährlichsten Klasse. Bekommen wir von einem Arzt einen ernsthaften SARS-Verdachtsfall gemeldet, rücken wir mit Rettungswagen, speziell ausgerüstetem Infektions- Rettungswagen, Rettungsdienst, leitendem Notarzt, Löschfahrzeug, Einsatzführungsdienst und Wechselladerfahrzeug mit Atemschutzgerät aus", so Peter Braun, Sprecher der Hamburger Feuerwehr. Insgesamt seien rund 15 Mann in Schutzanzügen vor Ort, um für den größtmöglichen Schutz der Helfer und des Umfelds zu sorgen. "Die Patienten bringen wir ins Bernhard-Nocht-Institut. Gleichzeitig informieren wir die Gesundheitsbehörde." Was unternimmt die Gesundheitsbehörde bei SARS? "SARS ist auf Grund des Paragraphen 6 unseres Infektionsschutzgesetzes als neue Krankheit meldepflichtig", sagte Seuchenreferentin Dr. Clara Schlaich. "Bei einem wahrscheinlichen Fall stellen wir sogar direkte Kontaktpersonen wie Familienangehörige unter häusliche Quarantäne." Bis jetzt seien aber keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Wer ist besonders gefährdet? Man hatte anfangs den Eindruck, dass die Krankheit bei Menschen, die älter als 40 bis 50 sind, schwerer verläuft. Aber nun beobachten die Ärzte dieses auch bei jüngeren Menschen. Offenbar hängt die Schwere der Erkrankung von der persönlichen Konstitution ab, so das BNI. Bei Menschen, die an einer Lungenerkrankung leiden, sei mit großen Komplikationen zu rechnen. Ab wann ist SARS ansteckend? Nach bisherigem Wissen ist SARS erst ansteckend, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, mit Symptomen wie Husten und Fieber. Warum dauert der Schnelltest so lange? "In dringenden Verdachtsfällen wird im Hamburger Bernhard- Nocht-Institut (BNI) sofort, egal zu welcher Tageszeit, der Schnelltest eingesetzt, der in zwei Stunden ein zuverlässiges Ergebnis liefert", erklärt Dr. Barbara Ebert, Wissenschaftsreferentin am BNI. Der Test ist technisch aufwendig. Deswegen wird die Probe von Patienten, bei denen kein dringender Verdacht besteht, mit Proben aus dem gesamten Bundesgebiet in einem Routinedurchgang einmal pro Tag getestet. Wer sollte sich testen lassen? Wenn ein infizierter Mensch noch nicht erkrankt ist, ist es unwahrscheinlich, dass im Rachenabstrich Viren vorhanden sind. Deshalb ist ein Test nur sinnvoll, wenn Symptome aufgetreten sind. Wo erhält man Informationen? Das Berliner Robert-Koch-Institut hat eine nationale SARSHotline: + 01888/754 35 36, montags bis freitags, 8.30 bis 17 Uhr. Infos vom BNI: www.gesundes-reisen.de Wie hoch ist die Sterblichkeit bei SARS? "Die Sterblichkeit hängt von der medizinischen Versorgung ab", so das BNI. Je technisierter die Versorgung, je besser die Möglichkeit, Patienten künstlich zu beatmen, desto höher die Überlebenschance. Die WHO geht von einer Sterblichkeit von fünf bis sechs Prozent aus.