Selbstmordattentäter

Explosive Rucksäcke: Termiten opfern sich für ihr Volk

Vor allem die Senioren der Kolonie halten Konkurrenz fern. Sie lassen bei einem Angriff Taschen am Leib platzen und vergiften die Konkurrenz.

Prag. Einige Termiten begehen zum Schutz ihrer Kolonie Selbstmordattentate: Bei einem Angriff bringen sie spezielle Taschen auf ihrem Leib zum Platzen und setzen so eine klebrige Flüssigkeit frei, die für andere Termiten giftig ist. Wie ein internationales Forscherteam zeigt, sind die Giftpakete bei älteren Termiten besonders dick gepackt. Da mit dem Alter die Schärfe der Mundwerkzeuge nachlässt und die Tiere sich dann weniger effektiv an der Nahrungssuche beteiligen können, dienen die "Senioren" ihrer Kolonie auf diese Weise, vermuten die Forscher.

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Jan Sobotnik von der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag und seine Mitarbeiter entdeckten die explosiven Rucksäcke bei Termiten der Art Neocapritermes taracua. Sie befinden sich an der Verbindung zwischen Brust und Hinterleib. Bei einigen Tieren sind die Taschen gut an ihrer blauen Farbe zu erkennen, bei anderen sind sie weiß. Die Forscher fanden, dass sich bei Angriffen von anderen Termitenarten die "blauen Termiten" besonders aggressiv verhalten: Sie beißen zunächst und setzen dann ihre explosive Ladung frei. Dabei sterben sie.