Nervenschäden durch Alkohol in Schwangerschaft

Bethesda. Die Schäden bei Kindern durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sind vielfältiger als bislang angenommen. Zwar weise die Mehrheit der untersuchten Kinder nicht die typischen äußerlichen Symptome des Fetalen Alkoholsyndroms auf, die Zahl der Störungen des zentralen Nervensystems sei aber alarmierend hoch, berichten US-Forscher im Fachjournal "Alcoholism: Clinical & Experimental Research".

Das Team der National Institutes of Health in Bethesda (US-Staat Maryland) hatte 101 chilenische Frauen ausgewählt, die angaben, täglich mindestens vier Drinks (etwa acht Gläser Schnaps) zu sich zu nehmen. Die Kontrollgruppe bestand aus 101 abstinenten Schwangeren. 80 Prozent der trinkenden Frauen brachten Kinder mit mindestens einer Anomalie auf die Welt. Störungen des zentralen Nervensystems traten bei 44 Prozent der Kinder auf - aber nur bei rund 14 Prozent der Kinder abstinenter Mütter. Äußere Symptome (geringer Kopfumfang, ein flach wirkendes Mittelgesicht, schmale Oberlippe) waren seltener als erwartet. Die Kinder wurden bis zum Alter von 8,5 Jahren von Ärzten untersucht, die nicht über den Alkoholkonsum der Mütter informiert worden waren.

Da äußerliche Anzeichen traditionell wichtig bei der Diagnose auf das Fetale Alkoholsyndrom seien, würden möglicherweise viele Kinder mit neurologischen Problemen falsch diagnostiziert, warnen die Forscher.

( (dpa) )