Nasa

Satellit UARS stürzt unkontrolliert auf die Erde

Dass der sechs Tonnen schwere Nasa-Satellit UARS auf die Erde stürzen wird, steht fest. Unklar ist dagegen, wo die Trümmer landen.

Cape Canaveral/Washington. Der defekte Satellit UARS der Nasa wird am (morgigen) Freitagabend mitteleuropäischer Zeit unkontrolliert auf der Erde aufschlagen. Rund 26 Bruchstücke dürften dabei den Planeten treffen. Doch die Experten sind sich noch uneinig, wo die Trümmer auftreffen werden. Die Nasa teilte am Mittwochabend (Ortszeit) mit: "Es ist zu früh, um die Zeit und den Ort des Wiedereintritts festzulegen.“ Nach Schätzung der Aerospace Corporation in Kalifornien soll der 20 Jahre alte Satellit am Freitagabend über dem Pazifik abstürzen, allerdings gibt es bei dieser Schätzung eine Schwankungsbreite von 14 Stunden. Der sechs Tonnen schwere UARS ist der größte NASA-Flugkörper seit 32 Jahren, der unkontrolliert abstürzen wird. Große Teile werden dabei in der Atmosphäre verglühen, aber nicht vollständig.

Als eine mögliche Absturzstelle wurde auch Mitteleuropa genannt. Nordamerika liege aber nicht in der berechneten Flugschneise. So zeigen neuste Berechnungen, dass der Satellit irgendwo auf seiner wellenförmigen Flugbahn vom südlichen Südamerika über den Atlantik, Europa und Sibirien im Norden und Richtung Süden zurück nach Australien herunterkommen wird. Genauer könne der Absturzort nur kurzfristig errechnet werden, hieß es am Donnerstagvormittag (Ortszeit) von der Nasa. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die Trümmer in einem der Weltmeere landen.

Beim Eintreffen in die Erdatmosphäre könnten die verglühenden Bruchstücke des Satelliten selbst bei Tageslicht aussehen wie Sternschnuppen, sagte Nicholas Johnson, Nasa-Experte für Weltraumtrümmer, der US-Tageszeitung "USA Today“. Wenn der Satellit mit einer Geschwindigkeit von rund 27.400 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre eintritt, könnten 26 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von 540 Kilogramm auf der Erde verstreut werden, hieß es. Das Risiko, dass beim Absturz des UARS Menschen verletzt werden ist nach Nasa-Angaben "extrem gering“. Statistiken zufolge liegt es bei 1 zu 3200. Seit Beginn der Raumfahrt in den 1950er Jahren habe es keine Schäden gegeben, wenn Müll aus dem Orbit auf die Erde gefallen sei.

Russische Medien hatte zunächst spekuliert, dass die Hauptstadt Moskau in der Risikozone des Satelliten von der Größe eines Schulbusses liegen könnte. Doch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat bereits Entwarnung gegeben: "Wenn wir von seiner jetzigen Bahn ausgehen, taucht er am 23. September (Freitag) gegen 22.05 Uhr MESZ unweit von Papua-Neuguinea in den Pazifik ein“, hatte Oberst Alexej Solotuchin am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt.

Der Satellit UARS (Upper Atmosphere Research Satellite/ Forschungssatellit für die obere Atmosphäre) wurde 1991 mit der Mission losgeschickt, die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit außer Betrieb. Die Nasa beobachtet ihn nach eigener Aussage genauestens und berichtet auf ihrer Webseite stets über neueste Erkenntnisse. Wer ein Teil finde, das von dem Satelliten stammen könnte, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Behörde. (abendblatt.de/dapd/dpa)