Forscher-Wettstreit

FameLab: So unterhaltsam kann Physik sein

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Ein Hamburger Doktorand gewinnt Wissenschafts-Wettbewerb mit Witz und Plüschherz

Bielefeld/Hamburg. Carsten Graf von Westarp hat nicht viel Zeit. In nur drei Minuten muss der Physik-Doktorand aus Hamburg möglichst amüsant erklären, warum seine Forschung den Energiemarkt revolutionieren könnte. Nur eine einfache Requisite braucht der 29-Jährige dafür: ein rotes Stoffherz. Denn zwei Stromleiter wollen heiraten, erklärt er beim Wissenschafts-Wettbewerb "FameLab".

Mit neun weiteren Teilnehmern stand Graf von Westarp am Sonnabend in Bielefeld im Finale des ungewöhnlichen Wettstreits. Bei dem in Deutschland erstmals ausgetragenen Wettbewerb ging es darum, verständliche und vor allem lustige Vorträge zu halten.

FameLab kommt aus England und hat mittlerweile Ableger in 17 Ländern

Sein Forschungsthema habe viel mit Liebe zu tun, erklärte der Hamburger Physiker. Denn er wolle Halb- und Supraleiter miteinander verheiraten. Eine Ehe der beiden sei die perfekte Verbindung, denn der Halbleiter nehme dabei die Eigenschaften seines Partners an: "Dann hat man einen billigen Stoff mit supraleitenden Eigenschaften."

Die "FameLab"-Idee stammt aus England. Mittlerweile wird der Forscher-Wettstreit schon in 17 Ländern ausgetragen. Bielefeld veranstaltet den Wettbewerb gemeinsam mit dem British Council. Mit seinem Stoffherzen und der Liebesgeschichte von Halb- und Supraleitern hat Carsten Graf von Westarp die Jury überzeugt. "Wir haben uns in Ihren Vortrag verliebt", sagte Juror Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur des Wissenschaftsmagazins "Geo". Graf von Westarp wird nun im Juni nach England reisen und sich im großen "FameLab"-Finale aller Nationen der internationalen Forscher-Konkurrenz stellen.