Schwarzbären reduzieren Stoffwechsel um 75 Prozent

Fairbanks. Wenn Schwarzbären sich zum Winterschlaf in eine Höhle zurückziehen, legen auch ihre Organe eine Ruhepause ein. Das Herz schlägt nur noch etwa 14-mal in der Minute statt sonst 55, die Atemzüge werden länger, und die Körpertemperatur sinkt um fünf bis sechs Grad Celsius. Überrascht haben Forscher jetzt festgestellt, dass der Stoffwechsel der Bären dabei auf noch viel niedrigerer Sparflamme läuft als bislang angenommen: Die Winterschläfer drosselten ihren Stoffwechsel um drastische 75 Prozent, berichtete Øivind Tøien von der Universität von Alaska in Fairbanks. Normalerweise sinke die Stoffwechselrate selbst bei einer Verringerung der Körpertemperatur um zehn Grad nur um die Hälfte.

Die Forscher hatten erstmals umfangreiche Daten vom Winterschlaf der Bären gewonnen und stellen diese im US-Fachjournal "Science" vor. Bei anderen Winterschläfern sinken die Stoffwechselrate und die Körpertemperatur gleichermaßen drastisch. Nicht so bei den medizinisch überwachten Schwarzbären: Ihre Körpertemperatur ging zur Überraschung der Forscher um nicht mehr als fünf bis sechs Grad zurück, während ihr Stoffwechsel nur noch bei einem Viertel des Sommerwerts herumdümpelte.

Die Forscher hoffen, dass sich die Winterschlaftricks der Bären zur Behandlung von Unfallopfern nützen lassen. Selbst einen langen Flug ins All würden Menschen wohl besser verkraften, wenn man sie vorübergehend in eine Art Winterschlaf versetzen könnte, spekuliert das Team.