Leibniz-Zentrum

Spitzenforscherin steht unter Betrugsverdacht

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Immunologin Silvia Bulfone-Paus soll jahrelang Manipulationen gedeckt haben. Ex-Präsident der Leibniz-Gesellschaft erwartet Konsequenzen.

Borstel. Die Spitzenforscherin Silvia Bulfone-Paus, Direktorin des Leibniz-Zentrums für Medizin und Biowissenschaften in Borstel (Kreis Segeberg), steht unter Betrugsverdacht. Wie "Spiegel Online" berichtet, soll die 46 Jahre alte Immunologin an Manipulationen von zwölf wissenschaftlichen Publikationen beteiligt gewesen sein. Zwei Mitarbeiter ihrer Laborgruppe Immunbiologie hätten Abbildungen aus anderen Publikationen kopiert und mit neuer Beschriftung versehen.

Eine von dem Leibniz-Zentrum eingesetzte externe Untersuchungskommission kommt zu dem Ergebnis, dass Bulfone-Paus ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt habe und damit eine "wesentliche Verantwortung für das Fehlverhalten" trage. Der ehemalige Präsident der Leibniz-Gesellschaft, Prof. Ernst Rietschel, sagte dem Abendblatt, er erwarte von Bulfone-Paus, dass sie Konsequenzen ziehe.

Rückendeckung erhält die Forscherin vom amtierenden Präsidenten Karl Ulrich Mayer: Er glaube fest daran, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Arbeiten richtig seien. Dennoch hat Bulfone-Paus alle Arbeiten zurückgezogen. Bis die Vorwürfe geklärt sind, will sie ihr Amt als Direktorin des Forschungszentrums ruhen lassen.