Aus bisher zwei werden drei Elefantenarten

Nairobi. Selbst Wissenschaftler gingen lange Zeit irrtümlich davon aus, dass es nur zwei Arten von Elefanten gibt - die Asiatischen und die Afrikanischen. Ein DNA-Vergleich beweist nun: Bereits vor mehreren Millionen Jahren haben sich die afrikanischen Elefanten in zwei unterschiedliche Arten aufgeteilt. An dem Projekt waren Wissenschaftler der Harvard Medical School, der University of Illinois und der University of York beteiligt. Die Ergebnisse sind im Online-Journal "PloS Biology" veröffentlicht.

"Die erstaunliche Erkenntnis ist, dass die Wald- und die Savannenelefanten in Afrika sich voneinander so stark unterscheiden wie asiatische Elefanten und Mammuts", sagte David Reich von der Universität Harvard. Für die Wissenschaftler sei der frühe Zeitpunkt der Trennung der beiden Arten überraschend gewesen, so Michi Hofreiter von der britischen University of York. "Die Trennung der Wald- und der Savannenelefanten ist fast so alt wie die Trennung von Mensch und Schimpanse."

Für ihre Untersuchungen verglichen die Forscher Genom-Sequenzen moderner Elefanten mit den ausgestorbenen Vorfahren der heutigen Elefanten, dem Mammut und dem Mastodon. Dafür wurden DNA-Sequenzen aus Fossilien verwendet.

Schon äußerlich unterscheiden sich die in Wäldern und in der Savanne lebenden afrikanischen Elefanten deutlich voneinander: Der Savannenelefant ist deutlich größer und schwerer als sein Verwandter, der bisher als Unterart angesehen wurde. Die Unterschiede waren bis jetzt auf die unterschiedliche Lebensweise der Tiere zurückgeführt worden.

Für Alfred Roca von der Universität Illinois stellen die Erkenntnisse eine Herausforderung für Naturschützer dar. Dem Waldelefanten müsse nun beim Artenschutz eine höhere Bedeutung als bisher zukommen.